Schwitzen im Team – Wir generieren eine fitte Masse!

Ich habe einen langen aber wirklich schönen Trainingstag hinter mir. Donnerstag Abend und Sonntag verbringe ich fast nie allein, denn diese Zeit gehört der Formation. Mit allen gewonnenen Turnieren sind wir letzte Saison aufgestiegen von der zweiten in die 1. Bundesliga und schon im November erwartet uns das erste, große Highlight der neuen Saison: Die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft der Standardformationen in der ÖVB Arena Bremen. Wir gegen die besten Teams des Landes. Noch immer beinahe unglaublich!

Und um eine fitte, wie geklonte Einheit auf der Fläche zu sein, müssen alle sich inForm bringen. Nicht jeder für sich, sondern auch das alle gemeinsam!
Eine einzige, durchtrainierte Masse Spannung auf dem Tanzparkett, das ist das Ziel.

Also ab mit uns allen für täglich 8 Stunden in die Halle und bis November einfach nur Training, Training, Training. Nein Moment, da war ja was… Wir alle sind Schüler, Studenten und Vollzeitarbeitende, manche angestellt, manche selbstständig, so wie die meisten Tänzer. Eigentlich ist der Terminkalender schon voll mit dem Rest des Lebens, mit Arbeit, Familie, diversen Hobbies und Verpflichtungen und Training geht nur nebenbei. Doch man darf nicht vergessen: es ist ein Leistungssport. Und der erfordert auf diesem Level Präzision, technisches Können und viel Kondition. Doch leider fällt all das nicht einfach für uns vom Himmel…

Aus diesem Grund haben wir seid heute unser Sportpensum erhöht und nach drei Stunden Tanztraining ging es ab auf Matte und Bank, wo zusammen die Körper nochmal geformt und die Lungen in Wallung gebracht wurden. ZUSAMMEN! Das allerwichtigste daran. Denn wie oft im Job oder unter guten Freunden ist es auch im Teamsport: die Gruppendynamik reißt einen mit. Keiner will aufhören, niemand will Schwäche zeigen, gar aufhören. Denn wenn alle mitziehen, hat man das Gefühl etwas Großes bewegen zu können.

Wir sind vielleicht alle nur “Halbtagstänzer”, aber wir glauben an eine gemeinsame Sache und hauen dafür gern gemeinsam unsere Freizeit auf den Kopf. Kollegen und Nicht-Tänzer-Freunde schütteln immer wieder mit dem Kopf, wenn man Einladungen zu Kino, Essen und Ausgehen absagt mit der immer gleichen Leier: “Kann nicht, heut ist Training.” Aber wir lieben eben was wir tun und das erfordert Einsatz!

Hochmotiviert hat sich beinahe jeder in meinem Team gerade einen Puls-Frequenz-Messer besorgt. Auch meiner ist bestellt, kommt in Kürze an und natürlich wird es hier einen Testbericht geben.

Doch dieser Bericht heute soll ein Hoch auf den Teamsport sein. EIne Ode und ein Loblied. Egal ob Ballsport, Wasserballett oder gemeinsames Fegen über’s Tanzparkett, zusammen geht viel mehr als man denkt. Logisch, man zickt sich manchmal an, es hocken Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechts und mit unterschiedlichsten privaten und beruflichen Hintergründen aufeinader, da kracht es auch mal. Aber egal ob im Job oder beim Sport, ein Team macht vieles leichter und noch mehr möglich:

  • Man verbringt wertvolle Zeit mit Menschen die ganz ähnlich ticken, schließlich hat man bereits ein gemeinsames Hobby (und soziale Wesen sind wir mehr oder weniger doch alle).
  • Man findet leicht Anschluss, oft sogar Freunde und ist wichtiger Teil eines großen Ganzen, das ohne einen selbst so nicht bestehen könnte.
  • Man schult sich selbst in Respekt, Fairness, Rücksichtnahme, im Unterstüzung geben und Hilfe annehmen, aber man lernt auch sich durchzusetzen und zu behaupten. Wichtige Werte die einem im Alltag stets Halt geben können.
  • Ein mieser Tag auf der Arbeit und dann noch zum Training? Mit null Bock kommt man an und keine zehn Minuten später erschallt der Raum vor Lachen, nachdem man alle begrüßt und hier und da besmalltalked hat, Energie bricht los und schon kann der Abend gerettet sein. Teamspirit. Passiert ständig!
  • Gemeinsam siegen, gemeinsam fliegen. Seien es Höhenflüge oder auf der Nase zu landen, ein Team potenziert die Freude genauso wie den Trost. Zusammen jubeln gibt den Kick. Verliert man gemeinsam gibt es unzählige Hände die einen Auffangen.

Ich tanze “Einzel”, nur mit meinem Partner gegen andere Paare und ich tanze Formation mit einem Team aus acht Paaren gegen andere Teams. Beides ist tanzen, beides ist toll, aber Teamsport ist ein Rausch der einen manchmal weiter trägt, als man mit seinen eigenen zwei Füßen je hätte laufen oder tanzen können.

Und auch wenn er widerlich kitschig ist, diesen Satz wollte ich schon immer mal loswerden und hier passt er mehr denn je:

Sechzehn Füße die gemeinsam traben, sechzehn Herzen die im Gleichtakt schlagen.
Das ist Formationstanz.

Einen Teamsport auszuprobieren kann ich also jedem nur empfehlen. Eine Erfahrung, die man sicher lange mitnimmt und nicht so schnell vergisst.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s