Mein typisch deutscher Freund: Kohlrabi – oder besser Coolrabi

Derzeit verbringe ich irrsinnig viel Zeit mit ihm, habe ihn quasi ständig mit dabei und als ich ihm gerade hinterher recherchierte (Cyberstalking ist ja heutzutage gang und gäbe), musste ich feststellen, dass der kleine Kerl wohl eines der unexotischsten Dinge ist an denen ich mich derzeit kulinarisch verköstige: Der Kohlrabi.

Während ich mich bei Obst eher internationalen Versuchungen hingebe und vor allem bei Melonen und exotischen Zitrusfrüchten schwach werde, ist meine Probierlust bei Gemüse was für mich unbekanntere Sorten betrifft nicht ganz so groß. Viele Gemüse treffen meinen Geschmack eher wenig, wenn ich sie neu probiere. Erst kürzlich bin ich an Pastinaken gescheitert und bei Fenchel kräuseln sich mir die Zehennägel… Während ich bei Obst beinahe alles was die Warenpalette zu bieten hat gern esse, bin ich bei Gemüse wählerisch, vor allem was Rohkost betrifft… Tomaten mag ich immer mal, kriege aber schnell genug davon, Gurken sind relativ langweilig, Sellerie mag ich ungegart überhaupt nicht und immer nur Karotten sind auf Dauer auch öde. Und weil es ihn gerade überall gibt (und das auch noch verdammt günstig!) habe ich meinen alten Freund den Kohlrabi gerade wieder für mich entdeckt.

Zu viel Obst, zu viel Zucker – selbst bei den gesunden Sachen muss man ja aufpassen. Da ist etwas Rohkost zum Knabbern zwischendurch optimal. Kleingeschnibbelten Kohlrabi trage ich gern in einer kleinen Box mit mir rum und erfreue mich nachmittags im Büro daran, oder abends vorm Fernseher. Und weil er mich so brav begleitet, habe ich mich ein wenig über ihn belesen. Hier die, wie ich finde, spannendsten Kohlrabi-Facts:

  • Mit 40.000 Tonnen pro Jahr ist Deutschland nicht nur größter Erzeuger sondern auch europaweit größter Verbraucher des köstlichen Kohl-Rüben-Kreuzlings.
  • Kohlrabi ist so deutsch, dass es in den meisten anderen Sprachen keine Übersetzung des Begriffes gibt, so ist es auch im Englischen, Russischen, Japanischen, auf albanisch und suaheli  der “kohlrabi”.
  • Wo wir gerade bei Übersetzungen sind, manche Sprachen haben für den Kohlrabi dagegen ganz entzückende Übersetzungen: chou-rave (Französisch), kalarepa (Polnisch), tigobrasiko (Esperanto), kyssäkaali (Finnisch), toshkaram (Mongolisch) oder auf Spanisch colinabo beziehungsweise colirrábano.
  • Mysterös: der tatsächliche Ursprung des Kohlrabi ist unbekannt. Scheinbar war er irgendwann einfach da. (Ein Fall für Galileo Mystery! Ein wirrer Blumengruß von Alienwesen? Experimentalergebnisse der frühen Freimaurer? Man weiß es nicht…)
  • Auch Kohlrabiblätter sind essbar (und enthalten sogar bis zu 3 Mal mehr Vitamine und Mineralstoffe als die Knolle).
  • 24 Kalorien pro 100 g.
  • Wassergehalt: stolze 91,5 % (darum auch so erfrischend)
  • Kohlrabi ist super für den Stoffwechsel, auch ein Schmankerl für den angeschlagenen Magen-Darm-Trakt und leicht verdaulich.

Fazit: Mein Sommergemüse 2017! Meine Rohkostrettung, aber auch gegart ein Genuss. Am liebsten aber an heißen Sommernachmittagen frisch aus dem Kühlschrank, mundgerecht gestiftelt.

Und damit verdient er definitiv den Titel COOLRABI.

PS: Jeder der diesen Artikel liest möge bitte nun den Google-Translator öffnen, sich Kohlrabi auf finnisch übersetzen lassen, die Sprachwiedergabe laut stellen, dem Befehl lauschen und sich fragen: Wer ist eigentlich Karli und wo kann ich ihn finden? 😉

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