Eyeshadow experiments – Buntes Lid im Tanzbetrieb

Dafür, dass ich ein “Opfer körperlicher Krisen” bin, wie der Titel meines Blogs unverblümt behauptet, habe ich eine Leidenschaft, die es mir nicht gerade leicht macht davon wegzukommen und mit den Makeln, die nun einmal an uns allen haften, einfach Frieden zu schließen. Nein, es hat ein Hobby mein Herz gewonnen, das den Anschein optischer Perfektion anstrebt, manchmal fast schon künstlich wirkt – der Tanzsport.
(Ich spreche in diesem Fall von Standard/Latein.)

Ab einem Gewissen Niveau, also spätestens mit Einstieg in den Turnierbetrieb, geht es nicht mehr nur um die sportliche Leistung, sondern um die Gesamterscheinung eines Tänzers, beziehungsweise Tanzpaares. Nicht nur Schritte, Technik, Connection, Paarharmonie und Musikalität werden gewertet, sondern (auch wenn das offiziell natürlich nicht zugegeben wird, aber warum sonst richten Tänzer sich stundenlang her und stellen sich dann, von oben bis unten bestrasst wie eine Glitzer-Christbaumkugel, in die verlotterdsten Turnhallen, um ihre Wettbewerbe auszufechten) auch um Figur, Make-up, Haare, Attraktivität, Charisma, Koketterie, Ausstrahlung, selbst der Teint spielt eine große Rolle. In kaum einem Sport geht es beim drumherum so künstlich zu wie beim Tanzen. Wer schon einmal “Let’s Dance” gesehen hat, weiß wovon ich spreche. Und so wie dort, geht es auch auf den normalen Tanzturnierflächen zu. Mit Kleidern für die drei- bis vierstellige Beträge völlig üblich sind, kaum eine Dame ohne falsche Wimpern über die Fläche schwebt und man schminktechnisch definitiv darauf setzt, dass mehr, mehr ist.

Die Oberflächlichkeit dieses Sports muss man mit lieben lernen. Ich bin weiß Gott keines dieser Mädchen, mit von Natur aus sonnengeküsster, porenfreier Haut, unkaputtbar perfekter Figur, auch wenn es mal ein Stück Pizza mehr geworden ist – oder eine Schachtel – , nichtmal vollem, wallendem Haar, aus dem man traumhafte Hochsteckfrisuren zaubern kann. Das könnte mich nun natürlich deprimieren. Dafür ist die Liebe zu diesem Sport aber doch zu groß. Deshalb sehe ich es als Chance! Ich bin keine dieser Tänzerinnen, die nur durch Optik gewinnen, also gewinne ich durch Leistung! Und außerdem gibt mir der Tanzsport die Möglichkeit zu lernen, wie man auch mit Makeln den Eindruck von Makellosigkeit erwecken kann. Nicht in Gänze, aber deutlich mehr, als ich vielleicht früher gedacht hätte. Und das hilft einem nicht nur auf der Tanzfläche weiter, sondern eigentlich jeden Tag.

Im Formationstanz ist es noch eine Stufe krasser als im Einzeltanzbetrieb, in dem man als Paar gegen andere Paare tanzt. In den Formationen müssen sechs bis acht möglichst gleiche Paare auf die Fläche gezaubert werden. Wir färben uns das Haar für die Auftritte mit schwarzer Schuhcreme (kein Witz) und schwarzem Spray, die Haut wird ganzkörper auf Hochsommerbräune geschminkt und das Make-up sieht von nahmen beinahe erschreckend fratzenhaft aus. Dies ist aber für die Ferne gedacht. Wichtig ist: Sichtbarkeit!

Und nun der Schwenk zu meinem eigentlichen Thema, denn auch dies betrifft mehr oder weniger die Sichtbarkeit. Ich, die ich vom Schminken gar nicht mal so viel Ahnung habe, muss oder eher möchte, im Einzeltanz mit meinem Partner den Wertungsrichtern natürlich möglichst positiv auffallen. Ganz abgesehen von hartem Training für eine bestmögliche tänzerische Leistung gilt hierfür vor allem, eine positive Siegerpräsenz (gern ein Hauch freundliche Arroganz auf der Fläche), im Rahmen der Kleiderordnung je Klasse ein farblich auffallendes Outfit (möglichst nicht ganz schwarz) und natürlich ein elegantes Erscheinungsbild in Haar, Teint und Make-up.

Aktuell studiere ich YouTube-Videos, habe mir diverse Lidschattenpaletten gekauft und übe, immer wenn es sich zeitlich einrichten lässt, fleißig schminken. Und das alles nur für den perfekten Augenaufschlag. Kürzlich erst habe ich einen von meinem Verein ausgerichteten Workshop zum Thema “Turnier-Make-up” besucht. Empfohlen werden immer:

  • ordentlich schwarz an den Augen,
  • stets falsche Wimpern (nicht nur Ober- sondern auch Unterwimpern, für große Bambiaugen),
  • und schöne, knallige Farben, wenn das Outfit es zulässt.

Bestenfalls all das stilvoll vereint.

Mein aktuelles Turnieroutfit ist recht schlicht, aber immerhin ein sonnengelbes Oberteil. Hierfür versuche ich ein gelblastiges Augen-Make-up zu nutzen. Mein zukünftiges Outfit wird pink-schwarz sein und auch für dies übe ich bereits, wie man auf dem Beitragsbild mit meinen letzten Testversuchen sieht. Und ich bin beinahe schon stolz auf mich, denn ich finde es sieht nicht mehr wie Kinderschminken aus!

Denjenigen, die ähnlich unbewandert sind, wie ich es war, möchte ich für ein auffälliges aber schönes Make-up gern ein paar kleine Tipps an die Hand geben, wie ein schönes, sichtbares Augen-Make-up gelingt, egal ob für die Turniertanzfläche oder den Discoabend. Ich möchte aber jedem dazu auch ans Herz legen, sich das Vorgehen in einigen Videos online zwei oder drei Mal anzuschauen, denn Praxis hilft! Auch wenn man erstmal nur zuschaut. Manche Mädels dort wissen wirklich was sie tun!

Hilfreiche  Praxistipps für ein ausdrucksstarkes Augen-Make-up:

  • Gepflegte Augenbrauen!
    Hierzu werde ich in Kürze nochmal mit einem eigenen Beitrag aufschlagen, denn auch ich habe mich bis vor wenigen Wochen noch gefragt: Wozu denn zupfen?
  • Grundieren!
    Die Augen sollten im Gesicht immer als erstes geschminkt werden, denn wenn Farbpigmente auf die Wangen geraten, sind diese schwer unauffällig zu entfernen, wenn man dort schon fertig geschminkt ist. Doch bevor es losgeht, immer die Augen mit einer “Base” oder einem “Concealer” in Hautfarbe grundieren (Sowas kriegt man unter genau den Namen in der Droogerie). Das mildert Fältchen, die selbst die Jüngsten unter uns haben und macht die Haut ebenmäßiger, sodass alle weiteren Produkte sich gut und langanhaltend absetzen können.
  • Immer mit dem HELLSTEN Farbton starten!
    Am Einfachsten lässt sich arbeiten, indem man sich vom hellsten Farbton den man nutzen möchte, zum dunkelsten vorarbeitet. Ich male mein Augenlid zum Beispiel immer erstmal mit weiß komplett aus, dann gehe ich mit dem hellsten Farbton drauf, zum Beispiel geld oder pink, wie in meinen Bildern. Wer Schlupflider hat, so wie ich, darf mit der Farbe gern auch etwas über die Kerbe über dem Augapfel hinausmalen.
  • Vom Rand in die Mitte!
    Mit dem nächst dunkeleren Farbton setzt man nun am besten im äußeren Augenwinkel an, verteilt vorerst mit wenig Lidschatten diese Farbe am äußeren Rand und kann schonmal die erste Farbe verblenden.
  • VERBLENDEN!
    Das A und O für ein schönes, natürliches Ergebnis. Mit einem noch dünnen aber an den Borsten flauschigen Pinsel, immer schon die Farbtöne verblenden, das heißt verwischen, um die Farben ineinander übergehen zu lassen. Das gibt einen noch natürlich schattierten Look, auch bei außergewönlichen Farben und bewirkt einen schönen Airbrush-Effekt, wenn man immer wieder in dunkleren Tönen nachverblendet.
  • Dunkel im äußeren Augenwinkel abschließen!
    Vom äußeren Augenwinkel aus kann man sich bis zum Finish weiterarbeiten. Bis zum dunkelsten Ton. Verblendet wird bis zum Schluss, mit dem Pinsel am besten immer wieder den Bogen oberhalb des Augapfels nachfahren.
  • Unten wie oben!
    Nicht vergessen sollte man den unteren Wimpernkranz. In der gleichen Reihenfolge, also vom hellsten zum dunkelsten Ton, sollte man die Farben auch dezent unter das Auge setzen. So entsteht ein harmonisches Gesamtbild.
  • Highlights setzen!
    Um das Auge zu öffnen, wach und frisch auszusehen, setzt du in die inneren Augenwinkel und auf der Linie außen unter der Augenbraue noch einen hellen Farbakzent mit weiß oder hellem Beige. Das gibt ein fabelhaftes I-Tüpfelchen. Auch wenn ihr, trotz dieser Tüpfelchen, mittlerweile alles andere mehr als “ihhh” aussehen solltet 😉
  • Den Lidstrich von außen nach innen ziehen!
    Mir gelingt der Lidstrich am besten mit einem feuchten Eyeliner mit Spitze. Ich setze zuerst im inneren Augenwinkel oben an und ziehe den Lidstrich dünn bis zur Mitte des Auges. Dann setze ich außen an (oder auch etwas oberhalb des Lides) und ziehe den Strich wiederum zurück zum Auge und in die Mitte des Auges, bis er die andere Hälfte des Lidstrichs trifft. Dies kann man auch unten tun. Ich muss aber sagen, ich kann mir auf dem unteren Lidkranz einfach nicht rummalen, dabei blinzle ich mich ganz verrückt. Wenn du es kannst, tu es! 🙂

Nun solltet ihr mit etwas Glück und Übung schon ziemlich umwerfend aussehen. Getoppt wird der Look noch von schönen, falschen Wimpern. Gerade Styles mit auffallendem und großem Makeup werden durch diese erst noch unterstrichen, denn wenn ein Makeup schon nicht mehr ganz natürlich aussieht, kann man es auch mit zusätzlicher Eleganz untermalen (oder überkleben, in diesem Fall). Und Wimpern kleben ist auch gar nicht so schwer (keine Panik, der weiße Kleber wird nach kurzer Zeit durchsichtig, falls ihr etwas rumschmiert).

Viel Spaß beim Rumprobieren!

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